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Fremdrisiko bei Pferdevermietung

Die Tierhalterhaftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die an Dritten durch das Tier verursacht werden. Dieser Fall tritt ein, wenn sich ein Pferd zum Beispiel im Gelände erschreckt, auf die Straße läuft und somit einen Verkehrsunfall verursacht, dann kommt die Versicherung für eventuelle Schäden an Fahrzeugen oder auch gesundheitlichen Schäden der Insassen auf. Aber wie ist es, wenn jemand anderes das Pferd noch mitreitet?Wie hält man das Fremdreiterrisiko möglichst gering? Hierzu einige wichtige Punkte:

Viele Pferdebesitzer nutzen die Möglichkeit einer Reitbeteiligung die sich entweder regelmäßig oder auch nur gelegentlich um das Tier kümmert. Eine Reitbeteiligung bietet für beide Seiten Vorteile: Der Pferdebesitzer wird zeitlich und oft auch finanziell entlastet und für die Reitbeteiligung bietet sich die Alternative trotzdem dem geliebten Hobby nachzugehen, ohne alleine die sehr hohen Kosten für ein eigenes Pferd zu tragen. Wenn nun diese Person das Pferd reitet und durch tiergerechtes Verhalten (beispielsweise schlagen, beißen oder durchgehen) zu Schaden kommt, dann greift die Tierhalterhaftpflichtversicherung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das sogenannte “Fremdreiterrisiko“ mit eingeschlossen ist! Ist dies nicht der Fall, kann der Tierhalter mit seinem gesamten Privatvermögen dafür haftbar gemacht werden. Deshalb Vertragsunterlagen genau prüfen und eventuell Berater kontaktieren!

Fremdrisiko bei Pferdevermietung durch unterschiedliche Grundlagen

Eine Reitbeteiligung pflegt, reitet und beaufsichtigt das Tier regelmäßig (beispielsweise an festen Tagen, 2-3 Mal die Woche), wohingegen der Fremdreiter nur unregelmäßig das Tier bewegt und sich darum kümmert. Eine Reitbeteiligung zahlt in der Regel auch ein gewisses monatliches Entgelt für das Tier (der Tierhalter “vermietet“ es sozusagen), der Fremdreiter dagegen erbringt keine Gegenleistung. Versicherungstechnisch werden diese beiden Dinge völlig unterschiedlich behandelt und müssen deshalb eventuell extra versichert werden.

Fremdrisiko bei Pferdevermietung durch Minderjährige

Sehr häufig sind die Mitreiter der Pferde minderjährig. Hierbei ist es wichtig, die Eltern der Kinder mit einzubeziehen und eventuelle Abmachungen am Besten schriftlich festzuhalten. Zum Beispiel kann eine Zusatzvereinbarung geschlossen werden, ob das Kind alleine mit dem Pferd ins Gelände gehen darf und ob es ausschließlich mit Schutzhelm reitet. Denn wenn dem Tierhalter eine sogenannte Aufsichtsverletzung der Minderjährigen nachgewiesen werden kann, greift die Tierhalterhaftpflicht ebenfalls nicht. Möglichst ist auch ein sogenannter “Haftungsausschluss“ bei dem die Reitbeteiligung sämtliche Ansprüche an den Tierhalter im Falle eines Schadens abtritt.